
Über den Dialog in den Einzelkirchen
Der Konziltheologe Karl Rahner berichtet von einem Interview mit Kardinal Suenens. Daraus nur ein kleiner Abschnitt, der auch heute noch aktuell ist, 40 Jahre nachdem ihn Rahner in der Herder-Bücherei veröffentlicht hat, unter dem Titel „Chancen des Glaubens, Fragmente einer modernen Spiritualität.“
„... Suenens betont darüber hinaus mit Recht, dass ein Bischof eigentlich nur dann seine eigene Kirche in einer Bischofskonferenz oder in einer römischen Synode voll vertreten könne, wenn er wirklich in einem lebendigen Kontakt, in einem dauernden offenen Dialog mit seinen Priestern und mit seinem Volk steht. Die kirchenrechtliche Repräsentanzseiner Diözese mag er auch ohne eine solche lebendige Verbindung mit seiner Kirche haben; voll aber, das heisst menschlich-brüderlich-christlich, charismatisch, würde ein solcher Bischof seine Kirche nicht vertreten, zöge er sich auf seine isolierte Amtsbefugnis und auf seine einsamen Entschlüsse zurück, die auch dann unberechtigt einsam blieben, wenn er sich mit beliebigen Ratgebern umgibt, von denen er mehr oder weniger von vornherein nur hört, was seiner individuellen Mentalität entspricht...“


