Auf SEINE STIMME hören


 

Laetare in der Pandemiezeit
Sonntag, 22. März 2020

      Wir durchleben in diesen Wochen die schwierige Zeit der Corona-Virus- Pandemie. Dieser gesundheitliche Notstand und die Vorsorge gegen Ansteckungen haben auch Auswirkungen auf unsere kirchlichen Aktivitäten. Darum müssen aus Gesundheitsgründen gemäss der Weisung unserer Bischöfe sämtliche gemeinschaftlichen Gottesdienste ab sofort und vorläufig bis und mit 19. April 2020 ausfallen.
      Um auch inmitten den intensiven Berichten über die grassierende Pandemie doch auch Anregungen zu erhalten für die Fasten- und Osterzeit nutzen wir unsere Homepage zur Verbreitung von spirituellen Impulsen durch unsere Predigtgedanken zu den Fastensonntagen. Die Gedanken für unsere Fastenpredigten sind jeweils angeregt durch Lesung und Evangelium des betreffenden Sonntags.
      Am Laetaresonntag 22. März inspiriert uns das Bibelwort: „Lebt als Kinder des Lichts!“. In der heutigen Lesung hören wir einige Sätze aus dem Brief an die Gemeinde in Ephesus. Dieser Brief wurde um 100 n. Chr. geschrieben. Es ist eine Art theologisches Rundschreiben, das sich nicht nur an die Christen in Ephesus richtete, sondern an den ganzen Wirkungskreis der von Paulusbegründeten und inspirierten Christengemeinden. Hören wir gut!

 

Lesung aus dem Brief des Apostel Paulus an die Gemeinde in Ephesus

 

      Schwestern und Brüder!

      Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Lebt als Kinder des Lichts! Denn das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor.
      Prüft, was dem HERRN gefällt, u d habt nichts gemein mit den Werken der Finsternis, die keine Frucht bringen, deckt sie vielmehr auf! Denn von dem, was sie heimlich tun, auch nur zu reden, ist schändlich.
      
Alles, was aufgedeckt ist, wird vom Licht erleuchtet. Denn alles Erleuchtete ist Licht. Deshalb heisst es: Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten und Christus wird dein Licht sein.

 

 * * *

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes lesen wir heute

 

      In jener Zeit sah JESUS unterwegs einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst oder seine Eltern, sodass er blind geboren wurde?
      JESUS antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern die Werke GOTTES sollen an ihm offenbar werden. Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr wirken kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. 

 

* * *

 

Predigtwort

 

„Lebt als Kinder des Lichts!“

 

      „Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im HERRN. Lebt als Kinder des Lichts!“ hat vor 1900 Jahren ein Brief an die Christen in Ephesus verkündet. Und im Johannesevangelium, das in den ersten Jahren des 2. Jahrhunderts geschrieben wurde, lesen wir den bedeutungsvollen Satz JESU: „Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.“
      Die Christengemeinden in der Region Ephesus in Kleinasien waren damals in einer geistigen Krise. Es gab IrrlehrenAbspaltungenNachlassen im Eifer zum gemeinsamen BetenErkalten der ersten Liebe zum christlichen Lebensweg. Der Brief an die Epheser wollte damals die Christengemeinde dort ermutigen und encouragieren.

      Was können wir heute für uns aus diesem Ermutigungssatz lernen?

      Zunächst einmal: Lichtist ein besonderesPhänomen: für uns Menschen und für die Natur! Wer von uns hat sich nicht schon mal besonders gefreut an einem strahlenden Sonnenaufgang? Wer hat nicht schon mal verträumt geschwärmt im Rosalicht eines eindrucksvollen Sonnenuntergangs?
Lichtist in unserenmenschlichen Herzen ein tief verankertes Bild für KraftLebenGüteGerechtigkeitWahrheit und Freude.
Licht ist ein Ursymbolfür uns MenschenLicht bedeutet KlarheitHoffnungZukunft. Und das Gegenteil, die Finsternis, bedeutet UnsicherheitBedrücktheitAngst.
Licht ist für gewisse Kulturen und Traditionen nicht nur ein physikalisches  Phänomen, sondern Licht wird auch gedeutet als heilige Urkraftdie das ganze All durchströmtLicht gilt so als Symbol für dasGöttliche, das ganz gegenwärtig sein kann und doch nirgends körperlich zu fassen ist. So beten Juden und Christen mit den Psalmen: „Mein Licht und mein Heil ist GOTT“ (Psalm 27,1) und „In deinem Licht schauen wir Licht“ (Psalm 36,10).

Was aber ist das „Licht im HERRN“? Was ist das Licht, das für die Christen „Licht der Welt“ ist?
Christen lernen an JESUS das eigene Lebendie Welt und auch GOTT in einem neuen Licht zu sehen. JESUSCHRISTUS hat Menschen aus verschiedensten Völkern und Traditionen die Augen geöffnet durch seine Worte, sein Leben, sein Sterben und auch sein Wirken nach seinem TodJESUS CHRISTUS schenkt Vertrauen und Liebe und damit neues Lebensgefühl von Geborgensein in GOTTES LIEBE und TREUE.
      Das ist für die Völkerausserhalb des Judentums wie ein  neues Licht, ein neuer Sinn fürs Leben. Dieses neue Licht wird in unserem christlichen Gottesdienst symbolisch dargestellt durch die Osterkerze.
      Im Zweiten Vatikanischen Konzil wurde intensiv nachgedacht über den Sinn menschlichen Lebens und über das Licht der Welt in heutiger moderner Zeit. Aus dem 1965 veröffentlichten Konzilstext erwähne ich in freier Darstellung einige Gedanken:
      Die moderne Welt zeigt sich zugleich stark und schwach, für sie ist der Weg offen zu Freiheit und Knechtschaft, zu Fortschritt und Rückschritt, zu Brüderlichkeit oder Hass. Zwischen vielen Möglichkeiten müssen wir Menschen immer wieder eine Wahl treffen und so auf dieses oder jenes verzichten. So leidet der Mensch an einer inneren Zwiespältigkeit.

  •       Viele Menschen glauben, in einer der zahlreichen Weltdeutungen ihren Frieden zu finden.
  •       Andere wieder erwarten vom menschlichen Bemühen die wahre und volle Befreiung der Menschheit.
  •       Andere verzweifeln sogar an der Sinnlosigkeit des Lebens.

 

      Aber dennoch wächst in unserer Zeit die Zahl der Menschen, welche mit neuer Schärfe fragen: Was ist der Mensch? Was ist der Sinn des Schmerzes, des Bösen, des TodesWas kann der Mensch der Gesellschaft geben, was von der Gesellschaft erwarten? Was kommt nach diesem irdischen Leben?

 

      Das Konzil hat zu diesen Fragen folgendes Bekenntnis formuliert: Als Kirche glauben wir: JESUS CHRISTUS, der für alle starb und auferstand, schenkt dem Menschen Licht und Kraft durch seinen Geist, damit der Mensch seiner höchsten Berufung nachkommen kann.
      Soweit einige Gedanken aus der Pastoralkonstitution vom Vatikanischen Konzil 1965.

      Für uns heute können auch Worte, wie sie ein Hymnus im Brevier für jeden neuen Morgen formuliert, hilfreich sein. Das hymnische Gebet lautet so:

 

                           Du GOTT des Lichts, dem Vater gleich,
                           du Licht, dem unser Licht entspringt,
                           du ew'ger Tag: hör unser Flehn,
                           das aus der Nacht zum Himmel dringt.

                           Entreisse uns der Finsternis,
                           und aller Angst der Erdennacht,
                           streif ab von uns die Müdigkeit,
                           die uns zum guten träge macht.

                           Du, Christus, bist das Licht der Welt,
                           der GOTT, dem gläubig wir vertraun,
                           auf den im Dunkel dieser Zeit,
                           wir alle unsre Hoffnung baun.

                           Aus ganzem Herzen preisen wir
                           Dich, CHRISTUS, HERR der Herrlichkeit,
                           der mit dem VATER und dem GEIST
                           uns liebt in alle Ewigkeit. Amen.

                           Dieses LICHT und VERTRAUEN auf GOTTES LIEBE
                           lässt uns mit innerer Freude und Zuversicht leben
                           auch in einer Zeit der Corona-Virus-Pandemie.

 

Das ist Laetare 2020




7. Sonntag im Kirchenjahr A

23. Februar 2020 

Einführung in die Lesung

      Die Sätze, die wir in der Lesung zum heutigen Sonntag aus dem Buc Levitikus hören, zeigen eindeutig, dass Nächstenliebe  zum Grundbestand der jüdischen Glaubenstradition gehört.
      Einmal mehr wird uns dadurch bewusst, wie sehr unser christlicher Glaube mit den Wurzeln jüdischer Glaubenserfahrung verbunden ist.
      Hören wir gut auf die Worte aus dem Ersten Testament!

Lesung aus dem Buch Levitikus
(Levitikus 19,1-2.17-18)
  

      Der HERR sprach zu Mose: Rede zur ganezn Gemeinde der Israeliten und sage zu ihnen: Seid heilig, denn ich, der HERR, euer GOTT, bin heilig.
      Du sollst in deinem herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Mitbürger zurecht, so wirst du seinetwegen keine Sünde auf dich laden.
      An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der HERR.

Lesung aus dem Evangelium nach Matthäus
(Matthäus 5,38-48)

      In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin!
      Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel!
      Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm! Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.
      Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen  über Gerechte und Ungerechte.
      Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüsst, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?
      Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist! 

Predigtwort

Gedanken zur Bergpredigt im Matthäusevangelium

      Was wir jetzt in der Frohbotschaft gehört haben ist ein Teil aus der Bergpredigt im Matthäusevangelium. Die JESU-Worte in der Bergpredigt sind kräftige ethische Nahrung.
      Beim ersten Hinhören kann der Gedanke kommen, es gehe hier um das Einhalten und Erfüllen von Gesetzen. Bei näherem Betrachten ist aber gut erkennbar, dass es in der Bergpredigt nicht um Gesetze geht, sondern um geistige Haltung, um prophetische Anregung, um Einladung zu vollem Leben.
      Der Schlusssatz vom heutigen Evangelium bringt sogar die Anregung: „Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“
      Ist das nicht eine unerfüllbare Aufforderung? Klare biblische Überzeugung ist doch, dass nur GOTT vollkommen ist. Jeder Mensch hat Fehler, Schwächen, Unvollkommenheiten.
      Was hier aus dem griechischen Urtext mit  „vollkommen“ wiedergegeben wird, kann auch mit erwachsen, volljährig, reif übersetzt werden.
      Dass wir erwachsen und reif werden sollen in unserer inneren, menschlichen Haltung, das ist für mich ein echter Ansporn; das kann ich mit meiner Auffassung von GOTT, dem einzig wirklich Vollkommenen, gut in Einklang bringen.
      Wie kann man diese Worte JESU, die vor über 1900 Jahren formuliert worden sind, in heutiger modernen Form beschreiben? Ich versuche es mal so:
      In der Botschaft Jesu vom Reich Gottes geht es „um eine neue Freiheit: Wir sollen frei werden von der grösseren Wirklichkeit Gottes her, die nicht nur mich, sondern alle Menschen umfängt und durchdringt.
      Ich brauche dabei nicht zum Asketen zu werden; auch Jesus hat bekanntlich Wein getrunken und an Gastmählern teilgenommen.
      Aber ich soll auch nicht in einem egoistischen Lebensstil nur meine eigenen Interessen pflegen und Bedürfnisse befriedigen. Vielmehr gilt es, im Alltag das Wohl des Nächsten, der uns gerade braucht, im Auge zu behalten. Und dies heisst: ihn nicht beherrschen wollen, sondern ihm, soviel wir eben können, helfen. Und in allem Güte  praktizieren und wo nötig Verzeihen und Verzichten üben.
      Tatsächlich ist diese Botschaft JESU vom Reich GOTTES für jedes von uns ganz persönlich immer wieder eine neue Herausforderung.
      In dem Sinne ist uns das Leben JESU, sein Leiden, sein Tod am Kreuz und seine Auferstehung zu neuem Leben zur Grundlage unserer christlicher Spiritualität geworden.
      JESUS CHRISTUS ist für uns, wie es das Johannesevangelium formuliert, „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6).
      In diesem Sinn glaube ich als Christ nicht nur an GOTT, sondern auch an JESUS CHRISTUS. JESUS CHRISTUS ist das christliche Lebensmodell in Person! Christliches Leben ist Leben im GEIST CHRISTI.
      Dies also meint christliche Spiritualität in der Praxis: nicht das Bekenntnis zu einem Dogma oder zu einer Doktrin, sondern seinen je persönlichen Weg gehen in der Spur von JESUS CHRISTUS und IHM so nachfolgen.
      Recht und schlecht, mit Hochs und Tiefs, wie es nun eben Menschenart ist. Aber doch immer wieder neu angetrieben vom GEIST JESU CHRISTI, von GOTTES GEIST.

Für uns Christen lässt sich
in solcher Glaubenshaltung und Spiritualität
gemäss der Bergpredigt in der Spur JESU 
ehrlich und froh handeln und wirken, 
leben und sterben 
auch in unserer heutigen 
moderne, digitalen Welt.



„Sonntag des Wortes GOTTES“ - 3. So A
Sonntag 26. Januar 2020

 

Einführung in die Lesung  

      Wir hören heute einige Sätze aus dem ersten Brief des Apostel Paulus an die junge Christengemeinde in Korinth. Schon die paar wenigen Sätze aus dem ersten Kapitel dieses Briefes zeigen uns, dass es für uns Christen eh und je nötig ist, immer wieder für Frieden und gute Gemeinschaft zu wirken und so der Spur JESU CHRISTI zu folgen.

 

Lesung aus dem Ersten Brief des Apostel Paulus
an die Gemeinde in Korinth
(1 Kor 1,10-13.17)

      Ich ermahne euch, Schwestern und Brüder, im Namen unseres Herrn JESUS CHRISTUS: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch; seid vielmehr eines Sinnes und einer Meinung!
      Es wurde mir nämlich, meine Brüder und Schwestern, von den Leuten der Chloe berichtet, dass es Streitigkeiten unter euch gibt. Ich meine damit, dass jeder von euch etwas anderes sagt: Ich halte zu Paulus – ich zu Apollos – ich zu Kephas – ich zu Christus.
      
Ist denn Christus zerteilt? Wurde etwas Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden?
      Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkünden, aber nicht mit gewandten und klugen Worten, damit das Kreuz Christi nicht um seine Kraft gebracht wird. 

 

Lesung aus dem Evangelium nach Matthäus
(Matthäus 4,12-17)

      Als Jesus hörte, dass Johannes ausgeliefert worden war, kehrte er nach Galiläa zurück. Er verliess Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebet von Sebulon und Naftali. Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist:
      Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Strasse am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa: Das Volk, das im Dunkel sass, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen.
      Von da an begann Jesusnzu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.

Predigtwort
Nachfolge JESU und Heiligkeit GOTTES

      In der Evangeliumslesung des heutigen Sonntags wird erzählt, dass JESUS seinen Heimatort Nazareth verlässt und hinunter zieht nach Kapharnaum am See Gennesareth. Dort begegnet er Menschen, die er bis anhin nicht gekannt hatte.
      Unter anderem kommt er dort in Kontakt mit zwei Brüderpaaren: Simon und Andreas, sowie Jakobus und Johannes. Diese jungen Männer waren Fischer. Das Matthäusevangelium sagt dann kurz und bündig: „Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sofort liessen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach.“
      Diese drei kurzen Sätzen weisen auf  das hin, was wesentlich ist, nämlich: Jesus ruft  Menschen in seine Nachfolge, die Gerufenen lassen ihre bisherige Tätigkeit liegen und folgen dem Ruf JESU.
      Im konkreten, gelebten Alltag damals, hat Jesus wohl diese jungen Fischer mehrmals getroffen und mit ihnen gesprochen und sie sind Freunde geworden, so sehr dass sie dann bereit waren, einen neuen Lebensweg anzutreten, einen Weg, der bis nach Jerusalem führte, bis zum Tod Jesu am Kreuz und über diese Katastrophe hinaus in eine neue Zukunft des Vertrauens und der Gemeinschaft der ersten Christen.
      Bei uns heute beginnt traditionellerweise die Berufung zum Glauben an Jesus mit der Taufe. Die meisten von uns wurden als Kind getauftUnsere Eltern wollten, dass wir zur Gemeinschaft der Kirche gehören und dass wir ausgerichtet werden auf die Lebensspur, die uns JESUS CHRISTUS gebahnt hat.
      In unserer St. Annakirche taufen wir die Kinder normalerweise im Gemeindegottesdienst, damit wir immer wieder daran erinnert werden, dass wir durch die Taufe berufen und hineingenommen sind in eine besondere Gemeinschaft der Liebe und Verbundenheit mit GOTTund unseren Mitmenschen.
  Im Laufe unseres je persönlichen Lebens mit den Chancen und Schwierigkeiten unserer Lebenssituation, mit den Begegnungen und Vergegnungen mit Menschen, und auch mit dem Hören auf unsere innere Stimmeerfahren wir  immer wieder persönliche Berufung zu Respekt, zu Mitmenschlichkeit, zu VertrauenHoffnung und Liebe. Und das immer und immer wieder. Martin Buber hat diese Erfahrung einmal so formuliert: „Jeder Tag ist eine neue Berufung“.
      Diese Verbundenheit mit GOTT ist ein tiefes Geheimnis. Wir reden traditioneller Weise oft von GOTT, als ob wir GOTT inwendig und auswendig kennten. Dabei ist GOTT das grosse, allumfassende Geheimnis.
      Wenn wir im christlichen Sprachgebrauch sagen: „GOTT ist der HERR“, so ist das ein Ausdruck, weil wir keinen wirklichen, adäquaten Namen haben für das Unsagbare. In der hebräischen Bibel stehen an Stelle des Gottesnamens vier Buchstaben, das sog. „Tetragramm“, das man übersetzen könnte mit: „ICH BIN DA“ oder „ICH WERDE DA SEIN“. Die praktizierenden Juden sprechen das Tetragramm aus Ehrfurcht niemals aus, sondern sagen dafür „ADONAI“.
      Es hat einen tiefen Sinn, wenn wir einen  ehrfürchtigen Umgang pflegen mit dem unerfasslichenallumfassenden Geheimnis GOTT. Mich freut es, dass diesen tiefen Sinn auch Musikkünstler erahnt haben. So vor allem auch Franz Schubert in seinem Sanctus-Lied „Heilig, heilig, heilig...“. Wie Schubert die unfassbare Heiligkeit GOTTES mit dem Pianissimocharakterisiert, ist einfach genial. Im heutigen Gottesdienst am Sonntagmorgen wird uns der Männerchor dieses Heilig-Lied mehrstimmig singen.  

 

Gottesdienst und Evangelium erinnern uns
an die wunderbare, niemals voll erfassbare
LIEBE und HEILIGKEIT GOTTES.
Wir werden so ermutigt
unsere persönliche  Berufung
jeden Tag voll und in Freude zu leben.
Vergessen wir nicht:
Jeder Tag ist eine neue Berufung!